Long­board für Anfänger

3 Tips für den Long­board Kauf

Longboard für Anfänger - Übersicht mit drei Boards und Fragezeichen darüber

Du bist auf der Suche nach einem Long­board für Anfän­ger? Dann lies unbe­dingt wei­ter und erfah­re, wor­auf du beim Kauf ach­ten soll­test. Auf­grund mei­ner jah­re­lan­gen Erfah­rung als Trai­ne­rin weiß ich, wel­che Fra­gen ins­be­son­de­re am Anfang auf­tau­chen und wel­che Feh­ler häu­fig beim ers­ten Kauf vor­kom­men. 

Gene­rell fin­de ich, dass man als Anfänger:in eigent­lich jede Art von Long­board kau­fen kann. Je nach Form und Grö­ße sind sie aber ver­schie­den schwer zu fah­ren. Wenn du schon weißt, dass du z.B. Long­board Dancing oder Downhill ska­ten möch­test, dann kannst du dein ers­tes Board auch gleich dahin­ge­hend aus­wäh­len. Für Dancing-Inter­es­sier­te gibt es auch einen Bei­trag über Long­board Dancer. Für alle ande­ren, die ein Board für den All­tag suchen und ger­ne klei­ne oder grö­ße­re Stre­cken zurück­le­gen möch­ten, sol­len die nach­fol­gen­den 3 Aspek­te eine Ori­en­tie­rung bieten.

1. Drop through oder topmounted?

Wer sich ein Anfän­ger Long­board zule­gen möch­te und im Inter­net recher­chiert, wird mit aller­hand Daten kon­fron­tiert: Rol­len­grö­ße, Rol­len­här­te, Achs­ab­stand, Han­ger­brei­te uvm. Du musst nicht alle Begrif­fe im Detail ken­nen, da nicht alles glei­cher­ma­ßen rele­vant ist am Anfang.

Einen Unter­schied soll­test du aber unbe­dingt wis­sen: der zwi­schen Drop-through Long­boards und top­moun­ted Long­boards. Jedes Board lässt sich in eine der bei­den Kate­go­rien ein­ord­nen. Die Bezeich­nun­gen sagen, wie die Ach­sen am Deck mon­tiert sind. Eigent­lich kann man sich das ganz ein­fach mer­ken: Bei einem Drop-through-Long­board wird die Ach­se von oben durch das Deck mon­tiert (“drop­ped through”), bei einem top­moun­ted Board ist die Ach­se kom­plett von unten angebracht.

Grafik der sogenannten Dropthrough Longboard Bauweise
Grafik der sogenannten Topmount Bauweise mit einer Detailansicht und einem ganzen Longboard

Fahr­ver­hal­ten

Der Unter­schied zwi­schen den bei­den Mon­ta­ge-Arten besteht dar­in, dass bei Drop-through Long­boards das Deck tie­fer am Boden liegt. Das hat den Effekt, dass Drop-through-Long­boards einen tie­fe­ren Schwer­punkt haben und sich ins­ge­samt sta­bi­ler fah­ren las­sen. Das Deck liegt näher am Boden, sodass du beim Anschie­ben oder Brem­sen weni­ger tief in die Knie gehen musst. Des­halb ist das Drop­th­rough-Long­board das klas­si­sche Long­board für Anfän­ger. Jetzt fragst du dich viel­leicht, war­um man dann über­haupt ein top­moun­ted Board fährt. Nun, top­moun­ted Boards bie­ten mehr Stand­flä­che und sind von oben kom­plett flach. Bei Tricks z.B. möch­te man nicht, dass der obe­re Teil der Ach­se — die Base­p­la­te — im Weg ist, des­halb sind Skate­boards oder Long­board Dancer immer top­moun­ted gebaut. Auch Mini­crui­ser sind top­moun­ted, weil sie ohne­hin nur wenig Stand­flä­che bie­ten. 

Wenn du aber kei­ne Tricks machen möch­test und ein­fach nur ein ein­fa­ches Long­board für Anfän­ger suchst, dann bist du mit einem Drop-through Long­board bes­tens bedient. Es ist das klas­si­sche Ein­stei­ger-Modell  und eig­net sich beson­ders für alle, die ger­ne a) easy im All­tag fah­ren möch­ten b) Knie-Pro­ble­me haben oder c) gene­rell etwas ängst­li­cher sind.

2. Rol­len­grö­ße

Neben all den Daten, die so ein Board mit sich bringt, ist die Rol­len­grö­ße beson­ders wich­tig. Die Grö­ße beein­flusst zum einen die Höhe dei­nes Boards, aber auch, wie gut du damit im All­tag unter­wegs bist.

Du kannst dir mer­ken: Je klei­ner die Rol­len sind, des­to schwie­ri­ger ist das Board zu fah­ren. Beim klas­si­schen Long­board für Anfän­ger haben eine Grö­ße von 70–75 mm. Die­se Grö­ße ist ide­al, um ent­spannt über Uneben­hei­ten hin­weg zu rol­len und nicht stän­dig neu anschie­ben zu müs­sen. Bei einem Drop-through-Long­board kön­nen die Rol­len ten­den­zi­ell noch grö­ßer sein.

Für Tricks eig­nen sich klei­ne­re Rol­len bes­ser, weil der Abstand zwi­schen dem Deck zum Boden dann gerin­ger ist. Wer sich also für Long­board Dancing inter­es­siert, wird eher auf Rol­len­grö­ßen zwi­schen 62–66 mm sto­ßen. Auch die­se Grö­ße ist noch gut, um auch im All­tag unkom­pli­ziert auf dem Board unter­wegs zu sein. Bei Mini­crui­sern ist die Grö­ße ähn­lich, manch­mal auch etwas kleiner.

 

Skate­board vs. Longboard

Skate­board-Rol­len hin­ge­gen sind sehr viel klei­ner (und här­ter) als die von her­kömm­li­chen Long­boards und des­halb auch schwie­ri­ger zu fah­ren. Mit ihnen bleibst du schnel­ler hän­gen und kommst klei­ne, fla­che­re Board­stein­kan­ten kaum hoch. Skate­boar­den ist des­halb schwie­ri­ger und erfor­dert deut­lich mehr Übung und Durch­hal­te­ver­mö­gen. Wer also die ent­spann­te All­tags-Fort­be­we­gung sucht, ist dafür mit einem Long­board, oder zumin­dest mit Long­board Rol­len bes­ser bedient. 

 

Übersicht der Rollengröße bei Longboards und Skateboards

3. Wheel­ba­se

Die Wheel­ba­se bezeich­net den Abstand der Ach­sen zuein­an­der. Dabei gilt: Je klei­ner die Wheel­ba­se, des­to quir­li­ger ist das Board in sei­nem Fahr­ver­hal­ten. Je län­ger das Board, bzw. je wei­ter die Ach­sen aus­ein­an­der sind, umso trä­ger fährt sich das Board. Das kannst du dir eigent­lich wie bei einem Auto vor­stel­len: Sind die Ach­sen nah bei­ein­an­der, wie z.B. bei einem Smart, dann ist das Auto deut­lich wen­di­ger. Sind die Ach­sen wei­ter aus­ein­an­der, z.B. wie bei einem Van oder Cam­per, dann hat das Auto einen deut­lich grö­ße­ren Wen­de­ra­di­us und ist ins­ge­samt trä­ger. 

Je län­ger das Board also ist, umso trä­ger reagiert es, aber umso mehr Stand­flä­che hast du auch. Umge­kehrt gilt: Je kür­zer ein Board ist, bzw. je näher die Ach­sen bei­ein­an­der sind, umso wen­di­ger ist es und umso weni­ger Stand­flä­che hast du. Nun ist die Fra­ge, was du möch­test. 

Wel­che Wheel­ba­se ist richtig?

Alle Boards haben Vor- und Nach­tei­le. Ein Mini­crui­ser ist schwie­ri­ger zu fah­ren, weil er wenig Stand­flä­che bie­tet und ins­ge­samt sehr agil sein kann. Gleich­zei­tig ist er hand­lich und leicht und ide­al für die Stadt. Ein Long­board Dancer hin­ge­gen ist deut­lich ein­fa­cher zu fah­ren, aber eben auch schwer und recht lang. Wenn du ein Board suchst, ein­fach um damit ent­spannt zur Bäcke­rei, zur Arbeit oder zur Bahn zu fah­ren, dann wür­de ich dir ein Deck mit einer Län­ge zwi­schen ca. 85–105 cm Län­ge emp­feh­len. Die Wheel­ba­se ist dann ent­spre­chend durch­schnitt­lich und du hast genü­gend Stand­flä­che, um dei­ne Füße ent­spannt aufs Board zu brin­gen. 

Ein Longboard ist von oben zu sehen, ein Strich markiert den Abschnitt, der als "Wheelbase" bezeichnet wird

Es gibt noch aller­hand wei­te­re Details, die das Fahr­ver­hal­ten dei­nes Long­boards beein­flus­sen. Mei­ner Mei­nung nach sind die Mon­ta­ge der Ach­sen, die Rol­len­grö­ße und die Wheel­ba­se ent­schei­den­de Fak­to­ren und beson­ders aus­ch­lag­ge­bend. Grund­sätz­lich kannst du auch jedes Teil aus­tau­schen. Wenn du also doch mal ande­re Ach­sen oder Rol­len haben möch­test, oder ein ande­res Deck, dann kannst du die­ses Teil auch ein­fach aus­tau­schen und musst nicht gleich ein kom­plett neu­es Board kau­fen. Oft lernst du dei­ne Vor­lie­ben auch erst dann ken­nen, wenn du ein biss­chen Fahr-Erfah­rung gesam­melt hast. 

Wenn du noch kein Long­board gekauft hast, dann lies unbe­dingt mei­nen Bei­trag zu drei typ­si­chen Feh­lern, die du vor dem Kauf ken­nen solltest:

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